
Auf den ersten Blick wirkt es wie ein ganz normaler Linienflug: Ein Airbus A310 der Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums bringt Soldaten aus Deutschland und Belgien nach Bamako in Mali. Doch spätestens bei der Wende in Afrika wird deutlich, dass einige Abläufe auf diesem Umlauf speziell sind. Getränkeservice, Bodenkontrolle, Autopilot programmieren: Für die Besatzung eines Luftwaffen-Airbus verlaufen Truppentransporte ganz ähnlich ab wie zivile Linienflüge. Doch spätestens am Zielort läuft einiges anders. Für planestream begleitete Sascha Dünnebacke einen Truppentransport im Airbus A310 MRTT. Die Reise beginnt frühmorgens in Köln-Wahn, dem militärischen Teil des Flughafens Köln-Bonn. Dort wartet die „Kurt Schumacher“, Kennzeichen 10+23 auf Crew und Passagiere. Es ist die einzige der fünf A310-Maschinen der Flugbereitschaft, die als reine „Pax“-Variante ausgelegt ist. Die anderen Jets dieses Typs werden als „MRTT“-Variante betrieben, das steht für Multi Role Tanker Transport. Gut 4.500 Kilometer legt die Maschine mit dem Rufzeichen „German Air Force 529“ zwischen Köln und Bamako zurück in sechs Stunden. An Bord befinden sich deutsche und belgische Soldaten, die an der UN-Friedensmission in Mali teilnehmen. Die Passagiere wissen, was sie in der Krisenregion erwartet. „Manche unserer Fluggäste sind etwas angespannter, aber es ist doch ein sehr angenehmes Arbeiten“, sagt Chef de Cabine Beate Galle, so etwas wie die Purserette des Luftwaffen-Airbus. In der Reportage ist der Service für die Kabine zu sehen und die Arbeit im Cockpit. „Der A310 ist schon sehr digital, aber die Anzeigen sind bewusst analog gehalten“, erzählt Kommandant Peter Nicolin. Anders als im zivilen Luftverkehr führt er größere Mengen Bargeld mit, um bei der Wende in Afrika das Catering und das Handling des Flugzeugs am Airport zu bezahlen. An Nicolins Seite sitzt Copilot Torsten Fette, der früher auf der Transall gearbeitet hat. Er sitzt seit mehr als 25 Jahren im Cockpit. „Für mich ist mit der Fliegerei ein Traum in Erfüllung gegangen.“ Fette übernimmt auch als „Pilot Flying“ die Zwischenlandung in Bamako. Der Luftwaffen-Airbus fliegt von hier aus weiter nach Dakar. „Eine Übernachtung in Bamako wäre für uns zu gefährlich“, sagt Fette.
